Unsere erste Bulli-Tour – Tag 3, Vejle

Unsere erste Bulli-Tour – Tag 3, Vejle

23. November 2018 4 Von Campingliebe

Da wir ja gleich bei unserem Check-In für die eine Nacht bezahlt hatten, waren wir nicht an irgendwelche Öffnungszeiten der Rezeption angewiesen. Am Montag ging daher unsere Reise schon wieder recht früh weiter. Ich war mal wieder als erstes ausgeschlafen, räumte die Fahrerkabine frei, verstaute alle Sachen und trennte uns vom Strom. Währenddessen zuckelte und ruckelte sich der Motor schon warm. Das Gebläse hatte ich voll aufgedreht, so dass die Frontscheibe vom Kondenswasser befreit wurde. Dann fuhren wir weiter auf der Landstraße 181 Richtung Norden.

Unser neues Ziel war die Steilküste bei Bovbjerg. Ca. 75 Kilometer trennten uns von dem Parkplatz am Leuchtturm, dem Bovbjerg Fyr. Die Adresse für das Navi lautete: Fyrvej 27, 7620 Lemvig.

Die Strecke absolvierten wir ohne weitere Zwischenstopps. Nach über einer Stunde Fahrtzeit erreichten wir den kleinen Parkplatz. Ich stellte den Bulli parallel zur Steilküste an den vorderen Rand des Schotter-Platzes ab. Wir wollten dem Meer und dieser unbeschreiblichen Aussicht möglichst nahe sein.
Jetzt bequemte sich auch mal Madame von oben aus dem Bett. 😀
Ich stellte uns den kleinen Campingtisch vor der Sitzbank auf und deckte den Tisch. Der Wind pfiff um unseren kleinen Bulli, wir hatten es dank der Truma-Standheizung aber kuschelig warm. Frühstücken mit so einem Ausblick ist wirklich unbeschreiblich! Wir konnten weit über die Nordsee sehen. Am Horizont waren mehrere große Containerschiffe zu erkennen.

Gestärkt trauten wir uns aus unserem warmen und windgeschützten Versteck heraus. Dick eingepackt spazierten wir den kleinen Fußgängerweg oben auf der Klippe Richtung der Ortschaft Kirkeby.
Wir entdeckten eine lange Holztreppe die runter bis zum Strand führt. Um dem starken Ostwind zu entkommen, stiegen wir hinunter und liefen bis auf die Mole. Die hohen Dünen schützten perfekt vor dem Sturm.

Neugierig wie wir sind stapften wir auch noch den kleinen Weg zum Leuchtturm hoch. Bagger und LKWs waren hier am arbeiten, was uns aber nicht abschreckte das Gebäude genauer zu begutachten. Mit Zetteln war der Nebeneingang notdürftig ausgeschrieben. Die Tür in die kleine Galerie am Fuße des Leuchtturms war aber leider verschlossen.
Eine Frau, die aus einem Fenster der Küche des kleinen Kaffees heraus schaute, sah mich vor der Tür stehen. Wild gestikulierte ich mit meinen Armen. Ich wollte andeuten ob wir auf den Turm gehen könnten. Sie kam zur Tür und öffnete uns. Nett erklärte sie, dass der Aufstieg zur Aussichtsplattform am Montag immer geschlossen sei, sie uns aber gern den Turm aufschließt. Wir konnten unser Glück gar nicht fassen. Ein Leuchtturm nur für uns. 🙂

Mit 26 Metern ist der Turm verhältnismäßig klein. Durch den Standort auf der Klippe befindet sich das Leuchtfeuer allerdings 62 Meter über dem Meeresspiegel. Die markante rote Farbe sollte den Leuchtturm von den nahgelegenen Kirchtürmen in Ferring und Trans unterscheiden, welche schon vor dem Bau im Jahre 1877 zur Orientierung der Seeleute dienten.

Direkt westlich vom Turm steht ein Gedenkstein, der an die Besuche König Friedrichs VI. in den Jahren 1826 und 1830 erinnert.

Da unser heutiges Ziel an der Ostsee lag, durften wir nicht zu sehr trödeln. Wir hatten einen Campingplatz süd-östlich von Vejle gefunden. Die genaue Adresse lautet „Mørkholt Strand Camping, Hagenvej 105 B, 7080 Børkop“ und war 166 Kilometer von unserem Startpunkt an der Nordsee entfernt. Auf unserem Weg nach Vejle rief Natascha dort an und frage nach, bis wieviel Uhr wir eingecheckt haben müssen. Der Chef des Campingplatzes, Kristian Lymann Iversen, teilte ihr mit, dass wir kommen können wann wir wollen. Sollte das Büro nicht mehr besetzt sein, so sollten wir einfach die Telefonnummer anrufen.
Wir waren erstaunt, es schien wohl hier in Dänemark keine festen Öffnungszeiten zu geben.

Es war eine interessante Reise durch viele kleine verträumte Dörfer. Wir hatten nämlich im Navi eingestellt, dass wir Autobahnen meiden wollten. Die Straßen waren teilweise kaum breiter als Feldwege. Das Fahren machte aber gerade hier besonders viel Spaß.

Bevor wir zum Campingplatz fuhren hielten wir in Vejle. Die Fußgängerzone war schon weihnachtlich geschmückt. Viele kleine Boutiquen laden hier zum Shoppen ein. Wir hatten allerdings Hunger und suchten eine geeignete Möglichkeit etwas zu essen. Burger scheinen in Dänemark genau so beliebt zu sein wie Hotdogs. Überall wurde mit selbst gemachten Burgern geworben. 
Wir fanden schließlich ein gemütliches Restaurant, die „Garage Burgerbar Rådhuspassagen 9A, 7100 Vejle“. Gut war hier, dass es sogar vegetarische Burger für Natascha gab. 
Nach dem Essen saßen wir noch lange dort im Warmen. Es gab eigentlich nichts, was uns jetzt nach draußen zog. Shoppen wollten wir nicht und die Fußgängerzone sind wir schon vorher einmal hoch und wieder runter gegangen. Wir genossen die Wärme und das Gefühl sanitäre Einrichtungen nebenan zu haben. ^^
Gleichzeitig nutzten wir die Zeit um wieder nach gebrauchten Bullis auf mobile.de & Co. zu schauen. 
Erst als es zu Dämmern begann, machten wir uns auf zum Parkplatz. 

Als wir den Campingplatz erreichten war es bereits dunkel. Das Büro war allerdings noch besetzt, so dass wir uns den Telefonanruf sparen konnten. …okay, es war ja auch gerade mal 16:30 Uhr. 😉 
Wir bezahlten gleich wieder beim Check-In, so konnten wir am folgenden Morgen starten wann immer wir wollten.

Die Adressen der Campingplätze, inklusive der Links und der Kosten für eine Nacht zu zweit mit Bulli und Strom, werde ich mit dem letzten Teil unserer Reise noch einmal auflisten.

Bitte schreibt mir doch in die Kommentare wie euch der Bericht gefällt, was ihr vermisst und was ich besser machen könnte. Ich freue mich über eure Anregungen. 🙂 

signatur_gerrit